Caféshopping – ein Winterausflug nach Gairloch

Es war in diesem Januar einfach kein Ausflugswetter in den Highlands. Entweder es war trüb und regnerisch oder stürmisch oder wir hatten Eis. Heute aber sollte es ein schöner Tag werden und nach Minustemperaturen über Nacht am Morgen schnell aufwärmen. Das war der Tag.

Abenteuer Highlands Caféshipping Winterausflug Gairloch

Der Mann musste beruflich nach Gairloch. Schon letzte Woche eigentlich. Es war der erste Tag mit richtigen Schneefällen in diesem Jahr und die Straßen sahen alles andere als sicher aus aber wir wollte es dennoch wagen. Wir, weil ich in Gairloch den Friedhof fotografieren wollte und er, weil er dort arbeiten musste.

Nach  Minuten in einem Mitsubishi Outlander (geländegängiges Farmerauto) mit Vierradantrieb (cool) aber Sommerreifen (uncool aber Dienstwagen und deshalb eben nicht änderbar) beschlossen wir, wieder aufzugeben und umzukehren, am ersten Berg schwammen wir bereits bedenklich auf der geschlossenen Schneedecke. Der Winterdienst war weit und breit nicht in Sicht. Wie sich später herausstellen sollte – der eine von insgesamt zwei Schneepflügen in der Gegend hing im Graben, der andere kam mit räumen und streuen nicht hinterher.

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Heute also der zweite Versuch und dieses Mal hat der Mann Vorsorge getroffen. Fast schon Deutsch irgendwie. Er hat mit den Jungs vom Strassenkommando gesprochen und der Chef hat ihm zugesagt, dass unsere Strecke am Morgen geräumt sein würde. Zumindest bis Kinlochewe. Danach ist eine andere Dienststelle zuständig. Ein Wagnis aber wir waren durchaus mutig gestimmt. Und es versprach ein schöner Tag zu werden, sobald die Sonne aufgegangen war. Die Straßen waren ok, teilweise schneebedeckt aber überall war gestreut worden, es löste sich mit zunehmendem Verkehr  auf.

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Der Mann ließ mich am Friedhof etwa eine Meile außerhalb von Gairloch aussteigen und ich war erst mal beschäftigt. Ein fantastisches Licht und dunkle Schneewolken über der See gaben der ganzen Szenerie etwas Magisches.

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Nach einer Weile setzte dann aber mehr Schneefall ein (war im Wetterbericht überhaupt nicht angekündigt) und ich machte mich mit kalten Füßen auf in Richtung Ortszentrum, irgendwo würde ein Café auf haben. Und ich hatte recht. Das GALE community centre, ein von den Einwohnern in und um Gairloch gebautes und betriebenes Café mit allem, was man so braucht und noch viel mehr.

Abenteuer Highlands Caféshipping Winterausflug GairlochHier kann man Unterkünfte buchen, wunderbare Mitbringsel kaufen, die Strickwaren der Frauen aus Gairloch studieren, die Werke der Künstlerinnen und Künstler hier bewundern oder einfach am Kaminfeuer sitzen und einen Café Latte trinken.

Zeit ein wenig mit der jungen Frau plauschen, die hier Dienst hat. Außer mir ist keiner da aber gibt man mir ein Sofa, Internet, Kaffee bis zum abwinken und einen Kaminofen samt Shop dann gibt es nicht mehr viel im Leben, was ich mir sonst noch wünsche. Allerdings wird der Stapel von Dingen, die ich einkaufe neben mir immer größer: Duftkerze, Kalender, Tasse, Tweedkram, Strickmütze.… Alles zu vernünftigen Preisen, nicht billig aber auch keine Touristenpreise. Nicht um diese Jahreszeit.

Ich zücke das iPad und beginne zu schreiben. Auch um mich von übermäßigem Shoppinggenuß abzuhalten. Nach einer Weile des Nachdenkens über einen grobmaschigen graublauen Strickpullover aus recycelter Baumwolle für 50 Pfund (Handwäsche erforderlich) kommen die ersten Einheimischen. Eine Frau in Designergummistiefeln und ebensolcher Winterjacke bringt die Suppe, die hier zu Mittag verkauft wird. Kurzer Plausch mit der Frau hinter der Theke, sie lebt wohl hier aber ist ganz offensichtlich nicht von hier. Ihrem Akzent nach zu urteilen kommt sie aus Südengland. Eine grauhaarige Frau betritt frisch und fröhlich das Gemeindezentrum, in ihrem Schlepptau ein junger Mann mit Down Syndrom. Sie setzten sich an einen Tisch und arbeiten etwas. Hier wird also einfach Zeit verbracht, gerne auch gemeinsam. Wie wunderbar schottisch!

Ich genieße meine kleine Beobachtungsecke am Kamin und bestelle noch einen Kaffee. Draußen wechselt das Wetter von intensiver Sonne vor schwarzblauem Himmel zu graunebligem Dauerschneeregen. Laut Wetterbericht heute erst am Abend Niederschlag. Von wegen!

Die grauhaarige Frau putzt jetzt Fenster. Der junge Mann, vermutlich ihr Sohn, folgt ihr überall hin. Ich werde ihm ein freundliches Lächeln zu aber er schaut scheu zur Seite. Nach einer Weile stelle ich fest, dass er auch mit seiner Mutter nicht spricht. Vielleicht kann er nicht. Ich lächle jedenfalls weiter.

Die Kaffeemenge zwingt mich bald auf die Toilette, mit richtigen kleinen Handtüchern zum luxuriösen Händetrocknen. Dieses Gemeindezentrum hat Stil und es ist bei weitem nicht das einzige in den Highlands. Auf der Halbinsel Sleat aus der Insel Skye gibt es auch ein wunderbares, An Crùbh, sehr stylisch und cool, zweimal die Woche mit frisch gebackenen Brot aus Mallaig, das kommt mit der Fähre. Gerade in Orten, in denen sonst nicht viel ist, sind solche Eigeninitiativen besonders wertvoll.

Die Bedienung kommt und legt mehr Holzbriketts auf. Ich habe so langsam Saunagefühle, heute Morgen hatte ich noch Eiszehen. Also reden wir über das Wetter, das ist immer ein guter Anfang. Sie erzählt, dass sie drei Kinder hat, eins im Kindergarten, eins in der Grundschule und eins in der weiterführenden Schule. Der Mann ist nach Inverness gegangen. Nun ist sie alleinerziehend und arbeitet in der GALE Regionalinitiative. Zu Hause sagt sie, ist es nicht so warm. Die Häuser sind oft feucht und nur schwer zu heizen. Wie bei uns ist auch hier das Meer der große Feuchtigkeitsspender.

Der Mann schreibt, dass er so schnell nicht wegkommt und voraussichtlich noch eine ganze Weile zu tun hat. Ich lächle beglückt und überlege, ob ich nicht doch noch einen Strickschal und eine Teekanne brauche. Oder ein Bild? www.lisafenton.co.ukIch glaube schon….

Draußen zieht sich der Schnee zum Horizont zurück, schwere Wolkenschwaden drücken dunkel auf silberne Meer. Die Sonne gibt ein kurzes Gastspiel.

Ich durchforste das kleine Bücherregal neben dem Kaminofen. Man kann auch einfach hier hinsetzen und lesen. Wunderbar. Natürlich bin ich mit meinem Kindle eigentlich bestens versorgt aber wer kann schon einem unbekannten Bücherregal widerstehen? Ich jedenfalls nicht! Nach genauerem, Nachforschen stelle ich fest es ist ein Frauenromantik Regal und deshalb nicht so ganz meins. Danielle Steele und ich werden wohl keine Freundinnen mehr. Da schreibe ich lieber weiter diesen Blogpost während ich auf den Mann warte.

Drüben bastelt der junge Mann was, in der Küche wird Gemüse geschnitten. Es ist einfach hier ein Gefühl von Gemeinschaft zu entwickeln, auch wenn man fremd ist. Nun sind zwei ältere Damen eingetroffen, ganz offensichtlich von hier. Sie bestellen Suppe und setzen sich an den Tisch nebenan. Sie unterhalten sich über Bitcoins. Wahrscheinlich stricken sie auch.

Ich überlege auf Tee umzusteigen. Meine Magengeschichte im Sommer hängt mir immer noch ein wenig nach. Im Büro im hinteren Teil sind mehrere Frauen zu hören. Die arbeiten im Hintergrund. Wahrscheinlich irgendwas Verwaltungstechnisches. Ich sitze nun schon über zwei Stunden auf meinen Sofa und beobachte das Leben während ich zeitgleich darüber schreibe. Spannend.

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Gegen zwei Uhr kommt Hunger auf. Suppe des Tages: Tomate und Süßkartoffel mit selbst gebackenem Brot. Wunderbar. Inzwischen hat die Sonne beschlossen, sich doch noch einmal heraus zu wagen und scheint mir von hinten so warm durch die Scheibe in den Rücken, dass ich den Strickpullover ausziehen muss.

Nach der Suppe überlege ich Nachtisch. Die süßen Teile sind mit Herkunftsbezeichnung versehen. Die Flapjacks sind von Marie, Lisa hat Millionair’s Shortbread und Mandelschnitten gebacken, Annie zeichnet für den Karottenkuchen verantwortlich. Ich sehe sie bildlich vor mir aber ich mag mich auch täuschen.

Dann geht die Tür auf und der Mann ist da. Heimfahrt.

Ich nehme den Korb mit meinen Einkäufen und gehe zu Kasse. Der Mann schaut leicht entgeistert aber weitgehend amüsiert, die Rechnung ist nicht gerade klein. Trotzdem werfe ich zwei Pfund für die Nutzung des Internets in das Spendenkässchen. Cafés wie dieses muss man unterstützen. Je mehr es gibt, desto öfter kann ich den Mann auf Dienstreise begleiten. Und das hat sich heute wirklich gelohnt.

 

 

 

 

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von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Es war mal wieder soweit- der lange Einkaufstag stand an. Nach der Bestandsaufnahme in der Küche galt es, den richtigen Tag auszuwählen (nicht zu schön, der wäre mit einkaufen verschwendet) aber auch nicht zu schlecht (das kann in den Bergen unangenehm werden), damit man auch wieder nach Hause kommt mit all den Einkäufen.

Morgengrauen Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Großeinkauf ist Großkampftag aber wer so abgelegen wohnt, der muss eben viel und vor allem durchdacht einkaufen. Ich habe einen Plan, ich habe ein Auto und pünktlich um neun Uhr starte ich die Operation. Die Sonne ist gerade dabei aufzugehen, am Strand schwappen die Wellen über den angespülten Seetang. Die Flut hat gerade eingesetzt. Der Graureiher fliegt empört auf, als ich die Autotür schließe, seinen krächzenden Protest kann ich noch über dem Geräusch des Motors hören. Links fahren sage ich mir, bin ja gerade erst wieder aus Deutschland zurück in Schottland. Müsste ich aber gar nicht. Die Umstellung auf Linksverkehr läuft bei mir unbewusst und zuverlässig. Es wird keine problematische Fahrt werden, wir haben 8°C und von Schnee oder Glätte keine Spur.

Wintergrau Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Das ist auch gut so, denn es kann manchmal bis 11 Uhr dauern, bevor hier mal der Streuwagen vorbei kommt. Wir haben keine Winterreifen auf dem Auto, ist hier nicht üblich. Für jemanden, der aus dem Schwarzwald kommt nicht wirklich verständlich. Zumal unsere Streudienste im Schwarzwald schneller arbeiten als die hier, dazu ist ihr Gebiet einfach zu groß.

Ich fahre also der Sonne entgegen und weiß, ich habe 6 Stunden, dann geht sie wieder unter. Dann wäre ich eigentlich gerne wieder zurück, denn in der Abenddämmerung kommt das Rotwild gerne an die Straße und Vollbremsungen sind mit einem Auto voller Lebensmittel keine gute Idee. Auch ohne Glatteis.

Knappe zwei Stunden später bin ich in Fort William, erste Station: Poundstretcher, ein Billigladen mit allerlei Ramsch aber eben auch große Säcken Erdnüsse und Kartons mit Meisenknödeln und Katzenfutter. Das schleppe ich zuerst ins Auto, die Basis ist gelegt und unser Fenstersimszoo muss nicht hungern. Um diese Jahreszeit haben der Dachs, die Marder, die wilde Katze und die unzähligen Vögel extremen Hunger.

Dieser Trip ist ja nun schon eine jahrelange Gewohnheit für mich, die Vorräte stocke ich immer auf, wenn ich nach Schottland komme, im Sommer wie im Winter. Neben den essentials, den absolut notwendigen Dingen wie Butter, Milch, Mehl, Käse usw. brauche ich ja auch Dinge, die dem Mann nicht ganz so schlüssig sind wie Kosmetiktücher, Backpulver oder Paellagewürz.

Mein nächster Stopp: LIDL. Es gibt seit kurzem zwar auch einen ALDI hier aber beim LIDL weiß ich, wo alles steht, deshalb bleibe ich aus alter Gewohnheit. Kurz vor dem großen Kreisverkehr wird die Straße vierspurig, zwei Fahrbahnen in jede Richtung, getrennt durch einen Zaun. Hier herrscht Schnellstraßenverkehr. Eigentlich, denn auf der Überholspur gegenüber bummelt ein chinesisches Urlauberpaar Arm in Arm mit Fotoapparat und genießt Schottland. Auf der zweispurigen Straße. Ich komme vor Lachen fast nicht um den Kreisverkehr, schaffe es aber bei der Tankstelle rauszufahren und zu tanken. Benzin ist in Fort William manchmal bis zu 10 Cent billiger als zu Hause bei uns.

Weiter mit LIDL für alle Grundnahrungsmittel. Dann habe ich mir eine Pause verdient. Ich hatte noch kein Frühstück und es ist Mittagszeit. Also hole ich mir einen Latte Macchiato bei MacDonalds und genieße das Schokocroissant, das sie im LIDL heute Morgen frisch gebacken haben. Yummie. Lecker.

Schuhgeschäft Schottland Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Derart französisch gestärkt bin ich bereit für den winter sale, den Winterschlussverkauf. Ich lasse den Wagen stehen und mache mich auf in die Fußgängerzone und erstehe in einem der Sportgeschäfte Wanderschuhe für 27 Pfund 99. Wanderschuhe sind schließlich hier die Schuhe, die ich am meisten trage neben Gummistiefeln. Heute allerdings nicht, ich bin ja Shoppingtour, da war ein bisschen stylen schon angesagt.

Viele der älteren Damen sind hier sehr adrett und proper unterwegs, wenn sie einkaufen gehen, Halstüchlein, Haare gemacht, das volle Programm. Ihre Ehemänner tragen Sakko und die Verantwortung. Die Touristen erkennt man an der Funktionskleidung und den Vollkornnudeln, die Landbevölkerung wie die Fischer an den Gummistiefeln.

Ich bin inzwischen in großen Supermarkt angekommen, wo es Fleisch, Gesichtswasser und Milchtöpfe gibt. Bei den Tiefkühlpizzen rempelt mich aus Versehen eine Einheimische an. Sie murmelt eine Entschuldigung und schlurft weiter. Sie trägt die Haare im off-bed-look und eine lange schwarze Daunenjacke, rosa Schlafanzughosen, weiße Socken und lila Crocs. Ich schätze die Haare sind nicht nur Look! Ich lächle sie an, murmle eine Antwort und freue mich. Ich habe bei den LIDL Sonderangeboten einen Flanellschlafanzug für kalte Winternächte mitgenommen. Da hab ich jetzt auch was zum Anziehen, für meine nächste Einkaufstour.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

 

 

 

 

 

 

Frohes Neues Jahr!

Ich wünsche Euch ein gesundes, glückliches und abenteuerliches 2019.

Vielen Dank für Eure Zeit, das Feedback und die vielen guten Rezensionen zu „Abenteuer Highlands“.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands

Ich habe 2018 zwei Bücher veröffentlicht und gerade mit dem nächsten angefangen.

Bliadhna Mhath Ùr!

Ich freue mich auf ein weiteres Jahr mit Euch.

Nellie

ein Vogelnest und eine Hochzeit

Der Mann ist ja so etwas wie die ultimative Herausforderung für eine Frau wie mich, eine Journalistin, die Fragen stellt und solange bohrt, bis sie glaubt die richtige Antwort zu haben. Mir tun ja die Kollegen in Schottland leid, wie machen die das denn, mit den Schotten am Mikrofon? Ich jedenfalls kriege von meinem nie zu hören, was ich will. Klare Aussagen? Never! Ein hunderprozentiges dies oder das, ein Definitivum, eine Entscheidung, etwas zum festhalten, da beißt man bei dem Schotten nicht auf Granit sondern auf Treibsand. Nur nicht festlegen lassen, immer schön ausweichen, vage bleiben, keine klare Richtung oder gar Formulierung verwenden, sie könnte sie gegen einen verwendet werden.

Deshalb mag der Schotte (und speziell der aus Glasgow) so gerne den rhyming slang. Das heißt er sagt nicht, was er meint, sondern etwas, das klingt wie das was er meint.

Ist man beispielsweise genervt über Hund, Katze oder Kleinkinder und würde sie am liebsten als eine „Pest“ bezeichnen, dann nennt man sie bird’s nest, Vogelnest.

Du bist ein Vogelnest ist damit eine nett gemeinte aber kleine Rüge für nervige Zeitgenossen.

Schwalbe Schottland Abenteuer Highlands

Und wenn die Kinder, Hunde oder Katzen trotz des Sprachwitzes immer noch nicht hören, dann kann man auch gerne mal fragen, ob sie denn corned beef also deaf = taub sind. Deaf spricht sich im schottischen Englisch so, dass es sich reimt, deif. 

Und wenn man Lust auf Andy Murray hat, dann nicht auf den Tennisspieler sonder auf ein indisches Abendessen, Curry. 

Übertragen würden wir sagen es schmeckt Boris Becker, wenn wir was lecker finden und wir essen einen Schinken statt in der Kneipe zu trinken.

Naja, auf Deutsch funktioniert es eben nicht so richtig.

Eigentlich alles sehr lustig aber manchmal kann diese Ausweicherei aber auch sehr anstrengend sein, besonders dann, wenn man wirklich etwas wissen will.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Vogelnest und Hochzeit

Die Nachbarn zum Beispiel. Sie sind nur gelegentlich da, haben das Haus nebenan gekauft und vermieten es an die Touristen. Wenn sie aber mal da sind (eigentlich leben sie in England), dann wohnen sie in zwei kleinen Hütten im Garten. Und dieses gelegentlich anwesende nicht mehr ganz junge Paar hat nun beschlossen zu heiraten (ganz ohne Aufwand, am Strand vor dem Haus) und uns den Termin mitgeteilt. Einen an dem ich in Deutschland bin. Also hat der Mann ein Geschenk gekauft und nicht weiter darüber nachgedacht. Der Termin kam, der Termin ging und keiner hatte sich am Strand ewige Treue geschworen geschweige denn Ringe getauscht. Nichts bewegte sich in den Gartenhütten.

Was war los, fragte ich mich. War einer von beiden abgehauen? Hatten sie sich getrennt? Hatte der Mann es nur nicht mitbekommen? Dann müssten wir gratulieren aber wenn nicht…

„Was ist denn nun?“ frage ich auf Skype.

Der Mann zuckt mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Ich kann sie ja wohl kaum fragen.“

„Warum um Himmels willen kannst du sie denn nicht fragen, wie sollen wir es denn sonst heraus finden. Wir müssen ja gratulieren aber falls sie die Hochzeit abgesagt haben, möchte ich nicht in diese peinliche Falle tappen.“

„Naja, das ist ja wohl ein bisschen direkt…“

Wieso ist das direkt, sie hatten uns doch eingeladen.  Es erschließt sich mir nicht aber wahrscheinlich fällt dem Mann nur nichts passendes ein, was er fragen könnte, das sich auf Hochzeit (wedding) reimt… bedding (betten) shredding (zerkleinern) wrecking (zerstören)..??

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands Vogelnest Hochzeit

Wäre ich vor Ort, ich würde wie in der Mixed Zone das Mikro über den Zaun halten und ganz einfach fragen: Habt ihr jetzt geheiratet oder nicht? Und dann hätte ich die gewünschte Antwort. Wir Journalisten haben es einfach.

Der Mann nicht, deshalb denkt nach. Wohl vor allem über die Folgen einer derartigen Zaunbefragung, sollte seine direkte Deutsche und die rätselhaften Engländer mal wieder zur gleichen Zeit anwesend sein. Hätte für ihn auf der Peinlichkeitsskala (1–10) mindestens eine 8.

„Ich habe mit den Nachbarn gesprochen.“ sagt er bei unserem nächsten Skype Gespräch.

„Und?“ sage ich gänzlich erstaunt.

„Naja, ich hab gesagt, dass du wissen willst, ob sie nun geheiratet haben oder nicht. Ich hab so getan, als ob es mich nicht interessiert. Sie wissen ja, das du Journalistin bist.“

Aha. Ich überlege, was sich auf schwarzen Peter reimt.

„Und haben sie nun?

„Nein. Die Braut war krank. (the bride was not well).

Ob das nun die Wahrheit ist? Oder auch wieder rhyming slang? Ist die Braut gefallen (fell) hat sie ihn zur Hölle geschickt (hell) oder wollten sie es nicht sagen (tell)?

Ich bin verwirrt und irgendwie kein bisschen Mike Krüger.

 

Extrawurst

Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach ExtrawurstIch habe in den letzten Wochen darüber berichtet wie es ist, mit dem Highlander in Europa unterwegs zu sein. Wir haben die Rollen getauscht. Nun bin ich zu Hause und er hat ein Abenteuer nach dem anderen, jetzt geht es ihm ein bisschen wie mir in meinen Anfangsjahren in den Highlands.

Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach ExtrawurstDer Mann besucht mich regelmäßig. Wir führen seit Jahren eine funktionierende Fernbeziehung, ich verbringe 1 Monat im Winter und 2-3 Monate im Sommer bei ihm und er besucht mich in der Regel für 14 Tage im Schwarzwald.

Sein Job erlaubt ihm nicht viel mehr, Ich kann Monate durcharbeiten und dann auch Monate frei bzw. Wochenende machen.

Auf dem Kontinent sind viele Dinge anders, als er es gewohnt ist. Das meiste findet er wunderbar, allem voran den örtlichen Metzger und die Aufschnitt Theke. In Schottland kennt er abgepackt gekochten Schinken, Chorizo und Corned Beef in der Dose. Im Schwarzwald erlebt er den Wurst Overkill und steht ganz beseelt vor so viel Wurstglück im Metzger, unfähig sich zu entscheiden, ein bisschen wie ein kleines Kind vor dem Adventskalender:

  1. Dezember Lyoner
  2. Dezember Bierwurst
  3. Dezember Mettwurst
  4. Dezember Salami

Nwellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands ExtrawurstSein Highlight aber ist ohne Zweifel eine Scheibe heißer Fleischkäse im Brötchen, das kann er genauso wie Extrawurst auf Deutsch sagen. Sonst hat er es nicht so mit dem Deutsch lernen.

Beim Bäcker geht es ihm ähnlich, so viel verschiedene Brotsorten, gewohnt ist er plain loaf und die viereckigen Scheiben Labberbrot, mit dem man Sandwiches macht. Oder die ähnlich weichen Brötchen. Knusprig und bissfest sind ihm gänzlich fremde Vokabel, wenn es um Brot geht, eine Schwarzwälder Bäckerei treibt ihn an den Rand der Fassungslosigkeit.

Und den Kuchen gibt es nicht in Plastik verpackt aus der Kühltheke, sondern ganz und rund und in voller frischer Pracht beim Konditor.

Deshalb ist der Schwarzwald seine Kirsche auf der Torte. Und der Fleischkäseweck sein erklärtes Lieblingsfrühstück.

Abenteuer Highlands Nellie Merthe Erkenbach Extrawurst

Wir sind auf einem Ausflug in Hohenlohische, genießen Sonne, Burgen und idyllische Städtchen. Und natürlich Abendessen, landestypisch.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands ExtrawurstWas ihm schwer fällt zu verstehen, ist das deutsche Bedürfnis zu allem seinen Salat dazu zu reichen. Vom Salatblatt im Lyonerweck bis hin zum Beilagensalat fürs Brauerschnitztel. Warum das gute Schnitzel mit so viel seltsamem Zeug belasten, wenn man es auch einfach pur oder mit Pommes essen kann? Ich erkläre ihm, dass ein SchniPoSa ohne Salat nur ein SchniPo wäre und damit mindestens ein Drittel seines Charmes einbüßt. Sieht der Schotte offensichtlich anders, während er den Beilagensalat auf meine Tischseite schiebt. Wahrscheinlich aus Angst, er könnte ansteckend sein. Nur die Ecke mit dem Kartoffelsalat ist angegessen, der Rest ist unberührt.

„Du solltest wirklich mehr Saat essen.“ sage ich.

„Ok.“ sagt der Mann ergeben und schaut grinsend in mein nun verwundertes Gesicht.

„Dann essen wir Morgen Wurstsalat.“

Nellie Merthe Erkenabch Abenteuer Highlands Extrawurst

 

 

fortune – 1. Vermögen und 2. Glück

Wir sind nur 2.8 Kilometer vom Haus meiner Schwester entfernt und es fühlt sich an wie mindestens drei Galaxien. Seit über einer Viertelstunde suchen wir einen Parkplatz und haben bisher noch nicht mal eine Ahnung von Parkplatz entdeckt; alles Anwohner-mit-Ausweis-Plätze oder limitiert auf maximal zwei Stunden. Der Mann und ich sind in Genf, quälen uns durch den Feierabendverkehr und tun das, was alle anderen auch tun: einen Parkplatz suchen.

Ich denke an die Highlands und dass man dort tatsächlich über eine halbe Stunde lang Auto fährt, bevor man an eine Ampel kommt. Hier zuckelt das Auto von Ampel zu Ampel.

Meine Schwester textet wann wir da sind, sie will den Champagner aufmachen.

Ich will auch dass sie den Champagner aufmacht aber ohne Parkplatz wird da erst mal nichts draus. Nach einer halben Stunde erfolglosen Wendens und Suchens geben wir auf und fahren in das große Parkhaus direkt am Seeufer. Die Stunde kostet wahrscheinlich schon ein Vermögen, an den Tagessatz versuche ich erst gar nicht zu denken.

©theman

Dann müssen wir uns koordinieren, es sind ca. 15 Gehminuten bis zur Schwester und dem Champagner – da will man nichts was man braucht im Auto vergessen. Endlich zerren der Mann und ich unsere Gepäckstücke durch Genf. Nach den ersten Metern bricht eine meiner Kofferrollen. Der billige Koffer aus Schottland. Den zerre ich dann wie einen Schlitten mit bockigem Kleinkind hinter mir her, genervt.

Der Schotte dagegen ist entspannt. Ich glaube er ist nie in Eile, höchstens wenn es mal brennt. Wir Deutschen (und ganz offensichtlich auch die Schweizer um uns herum) haben es alle eilig. Und so schlendert der Highlander mit funktionierenden Kofferrollen und schottischer Gelassenheit durch die helvetische Hektik und ignoriert das germanische Grummeln, das einen Koffer vor ihm herzerrt.

Die Schwestern und der Champagner heitern meine Laune beträchtlich auf.

Seit unserem ersten gemeinsamen Besuch in Genf hat der Mann eine Leidenschaft für Rösti. Generell mag er (typisch schottisch) Kartoffeln in jeglicher Form, wenn man dann noch Schinken und Ei drüber gibt, ist sein Glück perfekt. Also machen wir Mädels den Mann mit Rösti glücklich, wir essen einen Salat und genießen unser Glück (auf Englisch fortune). Dann kommt die Rechnung und das bisschen Salat, Kartoffel und Ei kostet so viel wie drei Gänge mit Wein in Turin. Ein kleines Vermögen (auf Englisch fortune).

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands mit dem Schotten in GenfFür den Mann ist rein sprachlich Geld und Glück also dasselbe. Ich, aus dem Lander der Dichter und Denker und examinierte Literaturwissenschaftlerin, kann selbstverständlich den schnöden Mammon nicht mit Glück gleichsetzen. Ich habe ja Ideale! Und hatte Goethe im Examen….

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche zu verehren.

Während ich also über Glück ohne Vermögen philosophiere sticht der Mann auf dem letzten Flecken Rösti den Eidotter auf und erforscht sein Teller-Glück.

Nellie Merthe Erkenbach Abenteuer Highlands mit dem Schotten in GenfAuf der Heimfahrt werde ich trotz Tempomat (110 km/h) auf der schweizer Autobahn, kurz vor den Grenzübergang Basel in einem Abschnitt geblitzt, in dem man nur 100 km/h fahren darf. Ich bin also 10 km/h zu schnell gewesen. Das kostet 60 Schweizer Franken oder 53 Euro 57. Für zehn Stundenkilometer!

Bei einem derartigen Vermögen (fortune) kann von Glück (fortune) keine Rede sein!

Der Mann schweigt still und denkt an Schottland. Da müssen Blitzer mit einem Schild angekündigt werden, groß und deutlich, damit man es auch ja rechtzeitig bemerkt. Die schottischen Behörden müssen also auf ganz viel Glück hoffen, wenn sie jemals mit Geschwindigkeitsübertretungen ein Vermögen machen wollen. Aber wahrscheinlich wollen sie das gar nicht, die vom Glück begünstigten (fortunate) Schotten.

 

Arrivederci Italia

©theman Turin Abenteuer HighlandsDie drei Tage in Turin sind in Hochgeschwindigkeit an uns vorbeigeflogen, das hat man nun von all den dolce vita. Die Tage des Nichtstuns vergehen schneller als die mit Arbeit.

Als wir unser Auto nach drei Nächten wieder aus der Tiefgarage fahren, ist der Kofferraum voll. Wir waren ja shoppen. Nun also einen kleinen Abstecher in die Schweiz, Familienbesuch.

©theman MOnt Blanc Onte Bianco Abenteuer HighlandsIch prüfe vorab, ob man den Monte Bianco denn auch in knapp zweitausend Meter Höhe passieren muss aber stelle erleichtert fest, dass die Passage diesmal weniger schneegefährdet ist, als die Anfahrt über den Großen Sankt Bernhard.

„Tanken!“  sage ich zu dem Mann und navigiere aus der Turiner Innenstadt Richtung autostrada und den Alpen.

„Wir sollten tanken solange wir noch in Italien sind.“ Da war Diesel soweit ich mich erinnere immer deutlich billiger als in der Schweiz. Irgendwie ist in Italien alles deutlich billiger als in der Schweiz.

Der Mann nickt. Tanken bevor es in die Berge geht ist ihm nichts neues, in die Highlands fährt man auch nicht mit leerem Tank.

©theman Abenteuer Highlands

Ich habe den Masterplan und alles gegoogelt. Sighteeing, dann Supermarkt in Aosta: Käse, Grissini, Wein und alles, was noch an essentials ins Auto passt. Dann noch tanken, im Ort, nicht an der Autobahn und rüber in die Schweiz, mit einem kleinen französischen Intermezzo unterwegs. Der Plan ist perfekt und klappt zunächst ohne Probleme, Parkplatz, Ortsbesichtigung, dann weiter zum riesigen Supermarkt gleich neben der Autobahn. Und dann ist da nebenan auch gleich eine Tankstelle, an der der Liter Diesel gute 15 Cent billiger ist als an der Autobahn. Perfekt.

Ich fahre an die Zapfsäule, steige aus, stecke den Stutzen in den Tank und nichts passiert. Nur mit Karte am Automaten. Ich hasse Tankstellen mit Tankautomaten. Irgendwas geht immer schief.

Ich ziehe den Tankstutzen wieder heraus und nicke dem Mann zu wieder einzusteigen. Wir fahren zurück ins Zentrum von Aosta. Da waren mindestens drei Tankstellen unterwegs. Ist ja nicht weit.

Wenn man die richtige Ausfahrt nimmt! Sonst landet man wieder auf der Autobahn Richtung Turin. Aber auch das ist irgendwann korrigiert und wir navigieren in den Ort. Erste Tankstelle – chiuso. Zweite Tankstelle – chiuso. Dritte Tankstelle … In Aosta machen alle Mittagspause.

Also zurück zum großen Supermarkt und der Automatentankstelle.

Ich also mit Auto an der Zapfsäule, Stutzen im Tank, die Aufforderung an den Mann den Kampf mit der Maschine aufzunehmen. Er mag Zahlen und Computer, er ist also wie geschaffen für diese Aufgabe. Der Mann tippt ein wenig hilflos auf den Tasten herum. Er mag Maschinen, kann aber kein Italienisch. Nichts passiert. Dann steckt er einen Zwanziger in den Geldschlitz. Der Automat schluckt ihn, spuckt aber kein Diesel aus. Mehr vorsichtiges tippen auf der Tastatur. Ich stecke den Stutzen wieder zurück und überlege. Die Tankstelle gehört zum Supermarkt und der hatte einen Informationsschalter. Hier an der Tankstelle ist keiner, den man um Hilfe fragen könnte.

Ich navigiere durch das komplizierte Zufahrtssystem wieder hinaus und rüber zum Supermarkt, parke und mache mich auf den Weg zum Informationsschalter. Ich radebreche mich so durch und der nette Italiener erklärt mir, dass neben der Tankstelle eine Gastankstelle sei, da ist jemand und kann uns das Geld wiedergeben.

Ich kurve also wieder durch das kurvige Ausfahrtssystem in das komplizierte Einfahrtssystem der Tanke, finde den Gasteil und das kleine Häuschen. Eine Frau tritt heraus mit 20 € in der Hand. Sie macht mir Vorwürfe auf Italienisch und ich schweige und fahre wieder an den Tankstellenteil mit dem Diesel und dem Automaten. Also nochmal von vorne. Stutzen in den Tank, Mann tippt, Automat schluckt 20 €. Kein Diesel. Der Mann zuckt mit den Schultern. In Schottland wäre schon längst jemand gekommen und hätte geholfen, da glaubt man noch mehr an zwischenmenschliche Begegnungen als in Italien.

Wie eine Irre kreisle ich mich wieder raus aus dem Automatenteil und zurück zu der Signora.

Die zetert mir bereits entgegen. Stupido kann ich verstehen. Ich koche innerlich, während der Mann so tut als sei er unsichtbar. Mit großem Drama fragt Signora ein nicht vorhandenes Publikum wie es denn sein kann, dass sich diese Deutschen so unfassbar dämlich anstellen.

Wir fahren also zum vierten Mal an dieselbe Säule und ich mache nichts mehr. Bleibe einfach sitzen.

„Siehst du,“ sagt der Mann „du darfst den Stutzen erst in den Tank machen, wenn der Automat bereit ist. Nicht zuerst.“

„Ich soll auf einen Automaten warten??“

Ihm wäre das alleine nie passiert, er hat nicht diese germanische Eile Dinge schnell zu erledigen. Der Schotte an sich hat eine andere Lebensgeschwindigkeit.

Ich würde am liebsten genauso ein Drama veranstalten, wie die Signora eben aber ich belasse es beim innerlich kochen. Ich denke an den Film Terminator und Maschinen, die die Herrschaft übernommen haben.

Mein Masterplan für das nächste Mal tanken steht. Autobahnraststätte, egal ob der Liter Diesel 2,90 kostet oder nicht. Hauptsache man muss nicht mit Maschinen kämpfen. Aber letztendlich sind wir in einer Zukunft angekommen, in der die Maschinen die Macht übernommen haben.

Vor meinem geistigen Auge sehen ich den Tankautomat lichterloh brennen wie den Tanklaster in Terminator. Hasta la vista, baby!

Der Mann lächelt unbeeindruckt. Zu Hause in den Highlands ist es unvorstellbar, dass die Maschinen die Macht übernehmen. Das würden die sich gar nicht trauen.

 

demnächst:            fortune               1. Vermögen                                      2. Glück

 

Italienische Reise Teil 3

Essen, trinken, Schuhe

Der Mann wird am frühen Morgen gleich aus seiner Komfortzone gerissen: er ist warmes Frühstück gewohnt. Ein kaltes lässt ihn irgendwie unbefriedigt zurück. Liegt wohl am schottischen Wetter, da ist man meist froh über ein wenig Wärme im Magen. Mehr als warmen Kaffee bekommt man in Italien aber meist nicht zu Frühstück, mit biscotti und brioche kann man den Mann nicht locken aber wir entdecken einen modernen Bagel Laden gleich gegenüber von unserem Apartment – die toasten ihre Bagel und machen den Mann glücklich. Ich nehme das Joghurt mit Früchten, kühle Leichtigkeit in der italienischen Wärme und wir sind beide voll auf zufrieden mit dem Start in den Tag.

Generell scheint es mir so, als sei der Schotte an sich sehr viel mehr in seinem Schottischein verwurzelt als ich es in meinem Deutschsein bin. Ich genieße es anders zu sein, wenn ich anderswo bin, während der Mann anderswo versucht das zu finden, was er kennt. Die Lust auf Neues und Unbekanntes scheint dem Germanen näher als dem Highlander. Der ist immer vor alle eins – schottisch.

Wir genießen das Leben und die drei essenziellen Dinge im Leben: essen, trinken, Schuhe. Also irgendwie alles, was Italien tief im Innersten so ausmacht für uns Deutsche.

Und nein, wer glaubt der Mann habe mit all dem nichts zu tun, der irrt in fataler Weise. Der Mann isst und trinkt auch sehr gerne. Mit Schuhen hat er es gemeinhin nicht so. Ich war schon erleichtert, dass er die Gummistiefel nicht eingepackt hat, die er zu Hause in den Highlands eigentlich immer trägt, wenn er aus der Tür tritt und nicht zur Arbeit geht. Die Notwendigkeit eines neuen Paars Schuhe ist für ihn generell nicht so offensichtlich wie für mich. Aber irgendwie ist das in den Highlands mit modischen Schuhwerk auch ziemlich schwierig. Das ist man in der Tat mit Hausschuhen, Wanderschuhen und Gummistiefeln einigermaßen gut und ausreichend ausgerüstet.

Und Italien? Hallo! Das geht nur mit neuen Schuhen.

Markt in Turin

Aber das darf man dem Mann nicht so einfach aufzwingen und vor allem darf man ihn nicht in schicke Schuhläden schleppen, da beharrt er dann trotzig auf seinen Gummistiefeln und nichts ist erreicht. Wie viel besser ist das das lässig beiläufige Schlendern über einen der vielen Märkte. Ich bin gefangen, kaufe Halstücher und finde einen Schuhstand, an dem ich gleich drei Paar Schuhe (eigentlich sind es vier aber ein Paar ist für meine Schwester) erstehe. Für schlankes Geld.

Der Mann ist angetan von meinem Sparsinn, wenn auch etwas amüsiert über die Menge, in der gespart wird. Er lässt sich treiben und probiert tatsächlich ein paar Schuhe an einem Stand mit Männerschuhkartons an. Der Verkäufer und ich schieben ihm in einer gemeinsamen Anstrengung diverse Exemplare zu und Mann probiert sie sogar an.

„Aber grau, die kann ich zu Hause nicht tragen.“ sagt er.

Wieso kann man in Schottland keine grauen Schuhe tragen, wenn man unentwegt graue Hosen trägt? Modefragen sind, wenn sie denn mal auftauchen, gerne komplexer in den Highlands.

Diese Einschränkung scheint mir nicht schlüssig und nach einigem hin und her hat auch der Mann Schuhe, Halstücher für die Schwester und allerlei andere Dinge, die der Markt so bietet erstanden. Als wir am Ende der Gasse angelangt sind, ist uns das Bargeld ausgegangen.

Zeit, etwas zu trinken und die vielen Tüten um uns zu drapieren. Der Mann nennt mich Imelda aber das ignoriere ich tunlichst und betrachte unauffällig meine Schuhe.

Bier und Eiskaffee TurinIch nehme ein Bier, er am Ende seiner Kräfte und deshalb mit erhöhtem Zuckerbedarf, einen Turiner Eiskaffee. Wir sind beide höchst zufrieden, wie wir da im Schatten der Arkaden sitzen und uns erholen.

Wer hätte gedacht, dass man mit dem Highlander shoppen gehen kann!

Am Abend steht der Mann beim Essen wieder vor dem nächsten Abenteuer.

In Italien wird nicht frittiert, hier machen sie grüne Dinge auf die Teller und servieren Nudeln. Alles Dinge, die dem Mann höchst suspekt erscheinen. Und dann isst man auch noch im Freien, da würde man in Schottland, mal ganz abgesehen von den Temperaturen, selbst zum Abendessen. Wegen der Millionen midges, die sich gerne ins Fleisch beißen. In Bella Italia aber ist ist es angenehm lau, man kann mit einem Halstuch auch im Oktober noch wunderbar al fresco dinieren.

Turin at nightEs gibt vongole und für Meeresfrüchte ist der Mann immer zu haben. Er lässt sich sogar breitschlagen, die mit Spaghetti zu bestellen. Die sind aber so al dente, dass er sie höflich im Teller zurücklässt. Wir sitzen auf einem lauschigen piazza und schwelgen in schwarzen Trüffeln und Risotto und genießen den Wein aus dem Piemont. Herrlich!

Bis im Haus nebenan eine dicke Signora auf den winzigen Balkon tritt und altes, offensichtlich eingeweichtes Brot mit einem lauten platsch! auf dem Platz wirft. Kennt man aus dem Mittelalter, ist aber in der Neuzeit vor allem neben Restaurant eher nicht üblich. Die Dame verschwindet wieder und lässt mich ratlos zurück.

Jetzt könnte man Gummistiefel brauchen meint der Mann.

Ich schweige. Weise.

 

Demnächst: Arrivederci Italia

 

 

 

Italienische Reise Teil 2

Babylon Turin

Torino

Kaum sind wir raus aus den Alpen und im norditalienischen Flachland wird es wärmer, bald auch deutlich besiedelter. Das Einzugsgebiet von Turin. Im Mann kämpfen die Müdigkeit nach einer  schlaflosen Nacht und die Neugier auf Neuland einen ungleichen Kampf. Ich erzähle von Italien und Turin, um ihn wach zu halten. Ob er was Bestimmtes sehen will, solange wir hier sind. Er schüttelt den Kopf, er hat den Reiseführer mitgenommen aber nicht darin gelesen, er war zu müde am Flughafen.

Turin Torino

Italian Riviera & Piemonte Cadogan guides Dana Facaros Michael PaulsAlso Stand Null, ich muss doch die trilinguale Reiseführerin geben. Der Plan ging schon mal schief, dass er weiß, was es alles so gibt ,wohin wir reisen und was es damit auf sich hat. Er hat sich lediglich Italienische Riviera gemerkt, die oberste Zeile des Reiseführertitels Italian Riviera & Piemonte. Er fährt im Kopf also an die Italienische Riviera. Der Mangel an Meer fällt ihm gar nicht auf.

Wir durchqueren die Vororte von Turin und es sieht eher trostlos als touristisch aus.

„Komische Vorstellung, dass Ronaldo hierher gewechselt ist.“ sage ich.

„Ronaldo ist hierher gewechselt?“ Der Mann ist verwundert und ich bin verwundert, dass er das nicht mitbekommen hat. Er interessiert sich ja sonst für Fußball.

Dann konzentriere ich mich auf den Verkehr und das Navi, wir müssen eine Parkgarage im historischen Zentrum finden, dort in der Nähe ist auch das kleine Apartment, das ich für drei Nächte gemietet habe. Mitten in der Fußgängerzone. Ich parke das Auto und wir zerren unser Gepäck über das alte Steinpflaster ein paar Straßen weiter.

Schön hier!

„Sagt man eigentlich Turin oder Torino?“ frage ich den Mann auf Englisch und spreche Torino wie die Italiener und Turin ungefähr wie die Deutschen aus? Ich bin mir nicht sicher ob im Englischen ein eigenes Wort für die Stadt existiert, so wie Cologne für Köln zum Beispiel.

„Torino, I would think.“ murmelt der Mann und gähnt. Torino denkt er.

ToriniEine freundliche italienische Dame trifft uns an der Tür und in meinen Kopf irren drei Sprachen wirr umeinander als ich den Endbetrag für Miete und Gebühren berechne (Rechnen immer auf Deutsch) und mich mit zwei Menschen in jeweils einer weiteren Sprache unterhalte.

„Grazie signora.“

„Here you are. “

„Zweihundertzwanzig Euro.“

Hauseingang TurinDie Dame verabschiedet sich und wir haben nun vier Schlüssel, um durch diverse Türen zu unserem Apartment und wieder raus zu gelangen. Wir packen schnell aus, wir haben beide Hunger und sind so neugierig auf Turin. Kurz frisch machen und schon sind wir unterwegs zu unserem ersten köstlichen Abendessen in Turin oder Torino oder wie auch immer.

Romantisch gestimmt schlendere ich durch die Gassen der Altstadt, lauschen dem melodischen Klang italienischer Stimmen und tagträume Bilder italienischer Köstlichkeiten auf einem Tisch vor mir.

Turin at night

Der Schotte an meiner Seite denkt über ganz andere Dinge nach. Das wird mir klar, als er mit einer Frage mitten hineinplatzt in meine piemontesischen Träume.

„Sag mal, wo genau sind wir eigentlich?“

„Was? Wie meinst du das, wo genau sind wir eigentlich? Ich hab‘ dir doch gesagt wir sind in Turin! Torino?“

???

Er schaut verwirrt. „Turin?“ Dann hat er die Eingebung: „ Ach du meinst Turin!“

Der Mann spricht es jetzt Tjuhrinn aus, mit Betonung auf dem „u“ und nicht auf dem „i“.

„Das mit dem Leichentuch?“

„Na klar das mit dem Leichentuch, wo dachtest du denn dass wir sind?“ ich kann es nicht fassen.

Juventus TurinNa Torino. sagt er. Ich dachte, das ist irgendein Drittligaclub. Warum hast du nicht gleich gesagt, dass wir nach Juventus fahren?

Ich kann nicht mehr weiter gehen, so sehr muss ich lachen. Es sind noch immer die zwei entscheidenden Kriterien in Schottland: Fußball und Religion. Ganz besonders für Schotten, die aus Glasgow stammen. Wie Germanen denken eher Käse und Wein.

Babylon Turin. Die Sprachverwirrung ist perfekt.

Der Mann ist schließlich an die Italienische Riviera gefahren und von Juventus habe ich nie ein Wort gesagt. Turin!

Ronaldo JuventusNun, da wir uns einig darüber sind, in welcher Stadt wir denn eigentlich sind, können wir den Rest des Abends mit einer Flasche Wein, Focaccia und Käse aus dem Piemont ausklingen lassen. Da müssen noch ein paar mehr Bilder in den Kopf des reisenden Highlanders als Leichentuch und Juventus. Im schottischen Kopfkino läuft irgendwie eine gänzlich andere Vorstellung als in meinem.

 

 

demnächst: Teil 3      Essen, trinken, Schuhe

Italienische Reise Teil 1             

Der Masterplan, Hannibal und der Tunnel

Zwei Dinge sind Gift für jegliches Abenteuergefühl: Zeit und Gewohnheit. Abenteuer erfordern Geschwindigkeit, Überraschendes, Neues.

Mein Leben in Schottland hat nun, nach vielen Jahren viel Zeit und Gewohnheit angenommen und fühlt sich meist nicht mehr an wie ein Abenteuer, mehr wie ein ungewöhnliches Zweitleben. Vielleicht habe ich deshalb in den letzten Jahren immer weniger für diesen Blog geschrieben. Aus Abenteuer Highlands war Alltag Highlands geworden, nicht weniger schön und bereichernd aber eben weniger Abenteuer. Das Leben bleibt nun mal nicht immer gleich, man merkt es meist nur etwas zeitversetzt, dass es sich geändert hat.

Und da grübelte ich nun über Sinn und Zukunft von Abenteuer Highlands bis mir klar wurde, dass Abenteuer nicht auf meiner Seite der Beziehung gelebt werden, sondern auf der anderen, der schottischen Seite. Aus Abenteuer Highlands wurde der Abenteurer aus den Highlands.

Glenelg ferry

Der Mann und ich leben nun schon seit vielen Jahren in dieser 1000 Meilen Fernbeziehung.  Gut drei Monate im Jahr verbringe ich bei ihm in Schottland, den Rest des Jahres lebe ich in Deutschland, arbeiten und Geld verdienen. Da kommt mich der Mann meist einmal im Jahr besuchen, für zwei bis drei Wochen. Und dann ist wieder Zeit für Abenteuer, wenn der Highlander aus Raum und Zeit gerissen existieren muss.

WürttembergPlötzlich ist er der Fisch auf dem Trockenen. Viel mehr noch, als ich es in den Highlands je war. Denn was die meisten Schotten auszeichnet ist die Tatsache, dass sie sehr in ihrem Land und ihrem Schottischsein verwurzelt sind und das Leben immer zuerst wenn nicht gar ausschließlich von einem schottischen Blickwinkel aus sehen, zum Beispiel Italien.

Früher war Italien eines meiner Lieblingsreiseländer, die Sommer meiner Kindheit habe ich an Adriastränden zugebracht, viele Sommer meines Erwachsenenlebens in der Toskana oder am Gardasee und meine Motorradurlaube am Lago Maggiore. Wein, italienische Küche, Schuhe, Handtaschen, dolce far niente – Italien war (da war ich ganz Tedesca) ultimatives Urlaubsland. Der Mann aber war nie in seinem Leben in Italien, er kennt Italiener aus Mafiafilmen oder Glasgower Chipshops und für ihn ist italienisches Essen meat feast pizza und verkochte macaroni and cheese, weswegen er auch eine strikte Nudelaversion entwickelt hat.

Ich sehe Entwicklungspotenzial und plane einen Coup: Ich werde ihm das Italien zeigen, das er nicht kennt, das Lebensgefühl von Essen im Freien, schönem Wetter und lauen Nächten mit kühlem Wein; unschottisch italienisch, al dente eben. Er wird es lieber. Er muss einfach.

Der Mann hat die ersten zwei Oktoberwochen Urlaub und fliegt zu mir. Das hat er geplant. Ich aber habe den Masterplan. Ich hole ihn vom Flughafen ab, mit gepackten Koffern und fahre mit ihm direkt nach Italien, genauer gesagt nach Turin. Da war ich in der Tat selbst noch nie aber wollte immer schon mal hin und Piemont im Herbst – was kann es besseres geben? Ich sehe Spaghetti mit frischen Trüffeln, herrliche Weine, Käse und sanfte Nächte im historischen Stadtzentrum dieser prachtvollen Stadt. Dann kann er nicht anders als Italien zu lieben. Es wird ihm gar nichts anderes übrigbleiben.

Von Turin habe ich ihm in den Wochen vor der Überraschung natürlich kein Sterbenswörtchen erzählt. Er wusste, wir verreisen aber das wahre Ziel blieb im Dunkeln. Statt Turin erzählte ich ihm unser Ziel sei Gelsenkirchen. Sorry liebe Gelsenkirchener aber ich suchte einen deutschen Ortsnamen, dessen Klang wenig Anziehungskraft ausstrahlt. Der Mann hat ja Sinn für Humor und kennt Schalke, er wusste, dass ich ihn auf den Arm nehme. Ich hätte auch Castrop-Rauxel sagen können.

Mein Masterplan sah die komplette Ahnungslosigkeit bis hin zum letzten Moment vor und er hatte tatsächlich keine Ahnung. In der Zwischenzeit hatte ich bei Amazon einen Reiseführer bestellt und ihn zu ihm nach Schottland schicken lassen. Er war gewarnt, die Sendung nicht vor der Abreise zu öffnen, das Buch aber auf die Reise mitzunehmen. Ich dachte mir, er könne es dann auf dem Flug durchblättern und sich Ideen und Eindrücke holen, was er denn gerne sehen würde. Schließlich ist es einer der größten Schwierigkeiten überhaupt aus dem Mann herauszubekommen, was er möchte. Ein Buch, so dachte ich würde es einfacher machen. Ich hatte mich gegen einen reinen Turin-Reiseführer und für Italian Riviera & Piemonte entschieden.

Und so packte ich ihn ein sobald er aus dem Flugzeug gestiegen war und fuhr mit im der Sonne entgegen. Der 1. Oktober wer seit langem mal wieder ein trüber und regnerischer Tag und die Fahrt durch die Schweiz hatte wenig erbauliches, das Alpenpanorama versteckte sich hinter grauen Wolkenmassen, der Verkehr war dicht und der Mann müde. Ich ließ ihn schlafen und träumte von Italien. Die Strecke führte uns von Basel über Bern und den Großen Sankt Bernhard nach Italien. Ich hatte ja ein Navi und jede Menge belegte Brötchen vom heimischen Bäcker dabei, war also faktisch besser ausgerüstet als Hannibal mit seinen Elefanten. Der hatte ja auch Probleme mit dem Schnee und ich war mir sicher, dass ich die nicht haben würde. Ich wollte ja den Tunnel nehmen.

Aber langsam wurde es immer kälter und der Regen immer kristalliger. Wir waren schon auf 1.500 Metern und noch immer war weit und breit kein Tunnel in Sicht.

Ich wecke den Mann (er ist die Nacht durch die Highlands nach Edinburgh zum Flughafen gefahren und dementsprechend ziemlich fertig), wohl wissend, dass auch Hannibal höllisch Probleme hatte mit seinen rutschenden Elefanten auf Neuschnee. Meine Niederquerschnittsreifen sind Sommerreifen also sowas wie Elefanten bei Neuschnee.

©derMann

„Wie weit ist es noch bis zum Tunnel?“ frage ich, wir sind auf 1.600 Meter und haben Schneeregen. Im Navi ist es leider nicht zu erkennen, wann endlich der Tunnel kommt.

„Keine Ahnung!“ sagt der Mann verschlafen und versucht sich zu sortieren.

©derMann„Schau doch mal auf Google Maps.“ organisiere ich ihn aber das dauert, in den Highlands ist eh nie Empfang, da fingert man nicht auf dem Telefon rum beim Fahren. Er ist also nicht wirklich im Training. Während er also so müde wie erfolglos auf seinem Display rumtippt, kommen wir immer höher und höher und es wird von Minute zu Minute kälter: 3°, 2°, 1,5°, das Auto blinkt Frostwarnungen.

1.700 Meter.

„Wann kommt endlich dieser … Tunnel?“

Die Straße hat Gott sei Dank eine Überdachung bekommen und ist auf der rechten Seite offen, links sieht sie schon aus wie ein Tunnel. Der Schnee fällt dicht und schnell.

1.750 Meter. Dann kommt der Tunnel. Endlich. Muss wohl so eine Art Gipfeltunnel sein, denn der Pass ist nur ein paar Kilometer weiter. Wir nehmen den Tunnel, keine Frage mit diesen Reifen. Am kleinen Sankt Bernhard sollen sie ja mal ein Elefantenskelett gefunden haben. Da wollen wir den Archäologen am Großen Sankt Bernhard keinen schottisch-germanischen Skelettfund bieten.

©derMannZweiundvierzig Euro. Einfache Strecke. Ohne Elefant, nur ein Mittelklassewagen mit zwei Personen. Großer Sankt Bernhard, großer Preis aber was soll’s: großes Abenteuer. Als wir auf der anderen Seite wieder Licht und in die Wärme fahren, ist hinter uns der ganze Berg weiß.

Geschafft! Wir haben die Alpen überquert. Das Abenteuer Italien hat begonnen.

 

Demnächst:    Teil 2   Wo genau sind wir eigentlich?